1. Landesmeisterschaft Niedersachsen


Erfolgreiche 1. Landesmeisterschaft des NCWTV in Bremen

Knapp 100 Starter in sechs Divisionen

Das Fazit des Tages war einhellig: Es war ein schönes Event, gut organisiert und sehr familiär. In Bremen fand am 15. Juni die erste Landesmeisterschaft des Niedersächsischen Country Western Tanzsportverbandes statt. Insgesamt starteten fast 100 Tänzer in sechs Divisionen, Line Dance Classic, Couple Classic, Choreographie, ProAm, Team und Duo. Vertreten waren die Leistungsklassen Anfänger, Fortgeschrittene, Newcomer und Novice. 43 Landesmeister nahmen nach einem langen, aufregenden und schönen Wettkampftag glücklich ihre Pokale mit nach Hause. Der GTC Blau Gold Phoenix e. V. richtete die Meisterschaft im Tanzsportzentrum 46 in Bremen Walle aus, hier ist der TTC Gold und Silber e. V. Bremen zuhause. Die Tänzer von 24 Vereinen und Gruppen hatten sich angemeldet.

Aufregung und familiäre Atmosphäre

Wettkampfluft schnuppern, ausprobieren, wie es sich anfühlt unter den Augen von Wertungsrichtern und vor Publikum zu tanzen, das war für viele Tänzer besonders aufregend, die zum ersten oder zweiten Mal bei einem Turnier angetreten sind. „Ich war total aufgeregt und überrascht, dass meine Beine sich wie Wackelpudding anfühlten. Darauf konnte ich mich im Training nicht vorbereiten", beschreibt Cornelia Triebel den Moment, bevor die Musik zu ihrem ersten Wettbewerbstanz begann. Die 40-Jährige tanzt bei den Boots & Boogie Linedancers aus Beetenbrück bei Walsrode erst seit Januar dieses Jahres, ihre beiden Töchter Clara (10) und Tessa (7) starteten ebenfalls. Tessa war mit sieben Jahren die jüngste Starterin. „Ja", bestätigte sie, aufgeregt sei sie gewesen, „aber es hat Spaß gemacht." Die älteste Starterin ist 71 Jahre alt und startete in der Anfänger-Division.

„Ich war total aufgeregt, mein Herz klopfte bis zum Hals", erzählt Yvonne Fraedrich, ebenfalls Boots & Boogie Linedancer. „Es hat mir Spaß gemacht und mir gefällt, dass so viele Tänzer heute hier sind", die 37-Jährige tanzt seit zweieinhalb Jahren Linedance und startete das zweite Mal bei einem Turnier.

„Unser Nachwuchs für den Turniersport ist gesichert", freut sich NCWTV-Präsident Willy Fröhlich. „Ich bin begeistert, dass etliche Kinder und Jugendliche dabei sind und die Vereine wie Familien wirken und agieren."

Die Tänzer lobten die sorgfältige Organisation, die familiäre Atmosphäre in Bremen, mit viel Applaus, aufmunterndem Zuspruch und vielen helfenden Händen beim Kleiderwechsel in der Umkleidekabine. „Etwas mehr Unterstützung vom Publikum" hätte sich Tanja Wichern, 27, gewünscht, die in Bremen ihr zweites Breitensportturnier bestritt und für den VfL Sittensen startet.

„Mich hat überrascht, dass die Veranstaltung den ganzen Tag geht und so groß ist", sagt Petra Händlmayer, 45, von den Crazy Foot Liners, Hannover. Auf dem Programm standen neben den Wettbewerben auch Workshops. Der enge Zeitplan ließ nur wenig Raum für freies Tanzen. Nur Wenige blieben nach der Siegerehrung, um noch zu tanzen und zu feiern.

Intensive Vorbereitung hat sich gelohnt

Ganz unterschiedlich bereiten sich die Tänzer auf ihren Turnierstart vor. In den Vereinen nehmen sich die Gruppen Zeit, um die Tänze zu lernen – während der Übungsstunden, aber auch in zusätzlichen Einzelstunden oder Sondertrainings. Viele Teilnehmer nutzten auch die Vorbereitungsworkshops, die Jenny Memmel in Bremen und Hannover organisiert hatte, um die Choreografien zu lernen und die richtige Tanztechnik zu verbessern. „Wir haben uns den Workshop in Bremen angeguckt und wollten uns dann entscheiden, ob wir bei diesem Turnier antreten. Als zwei meiner Teilnehmer begeistert waren und sich angemeldet haben, stand fest: Ich trete auch an", erzählt Susanne Beszon. Die 50-Jährige trainiert in Bremen die Horse-Shoe Linedancer, eine freie Gruppe und ist mit ihrem ersten Turnierstart ganz zufrieden.

„Ich habe bei dem Vorbereitungsworkshop in Hannover viel gelernt, das hat mir sehr geholfen", erzählt Andrea Wieloch, 46. „Ich habe mich allein auf das Turnier vorbereitet, meine Trainerin Karola Rott hat mich korrigiert." Sie startete in der Division Fortgeschrittene und tanzt beim TUS Gümmer bei den Crazy Pearls.

Familie Klinckradt von den Fire Liners aus Sandhausen bei Osterholz-Scharmbeck, hier waren Mutter Elke, Vater Jens und Sohn Alexander in der Division Anfänger gestartet, hat sich gemeinsam auf die Meisterschaft vorbereitet, hat gemeinsam geübt, sich gegenseitig korrigiert und das Wissen aus Einzelstunden mit verschiedenen Trainern gefestigt.

Intensiv vorbereitet haben sich auch die Teamtänzer des 1. Country Club Salzgitter e. V., die mit ihrer Choreografie neuer Landesmeister in der Division Team Newcomer wurden. „Es wird immer schwieriger, Tänzer für eine Formation zu finden und vor allem bei der Stange zu halten", beschreibt Andrea Warnecke die aktuelle Situation.

Einstieg mit Schnupperfunktion

Für viele Tänzer steht fest: Nach diesem Turnier machen sie weiter. Dabei geht es nicht nur darum, zu gewinnen. „Ich habe viel von Anderen gelernt", sagte Cornelia Triebel. Auch Alexander Klinkradt hebt hervor, „wir haben viele schöne Eindrücke gesammelt." Die Startbedingungen dieser Landesmeisterschaft, bei der eine Zugehörigkeit zu Vereinen des Landes- bzw. Bundesverbandes für Country Westerntanz nicht erforderlich ist, unterstützen diesen Aspekt. Die Landesmeisterschaft und auch die Breitensportturniere sollen Tänzern einen Einstieg in den Turniersport bieten. Gerade, weil Country und Westerntanz eine junge Sportart ist, sie ist seit 2002 anerkannt, ist dies ein guter Weg, die Zahl der Turniertänzer auf Regional- und Bundesebene zu erhöhen.

Vielfalt im Country Westerntanz ausgedrückt

Die Darbietungen der Duos und Teams in den unterschiedlichen Leistungsstufen kamen beim Publikum sehr gut an und wurden mit tosendem Applaus belohnt. Schön anzuschauen waren auch die Tänze der Paare und der ProAm-Division. Bei dieser Division tanzt ein Schüler mit seinem Lehrer, wobei nur der Schüler in seiner Leistungsstufe beurteilt wird, erfuhren die Zuschauer vom Turnierleiter. Dass Country Westerntanz in den Vereinen und Gruppen vor allem von Frauen betrieben wird, wirkt sich auch auf den Turniersport aus. So starteten auch Frauenpaare in den Couple-Divisionen.

Spendenaktion für Elbe-Flutopfer

Das Präsidium des NCWTV hatte angesichts der Schäden in den niedersächsischen Hochwassergebieten entlang der Elbe um eine Spende für die Opfer gebeten. Dabei kamen 60 Euro zusammen.

Bericht Ina Buchholz

 

Schulungen:


Am 22. bis 24. Februar 2019 findet ein Workshop-Wochenende in Abbensen statt

Die Veranstaltung ist ausgebucht. Alle weiteren Anmeldung kommen auf eine Warteliste