2. Landesmeisterschaft Niedersachsen


Erfolgreiche zweite Landesmeisterschaft in familiärer Atmosphäre

Bei hochsommerlichen Temperaturen starteten am 19. Juli fast 60 Tänzer in der Sittenser Sporthalle bei der zweiten Landesmeisterschaft des NCWTV im Country Westerntanz, darunter drei Teams. Die Aufregung war vielen Startern anzumerken, einhellig dann die Meinung nach dem Wettbewerb: Wir machen weiter.

Seit Mitte Mai die Tänze für die Norddeutsche Meisterschaft veröffentlicht waren, haben die Turniertänzer, und die, die es einmal ausprobieren wollten, sich intensiv vorbereitet. Und das Resultat war beachtlich. Schon bei den Anfängern zeigten einige Tänzer großes Talent und Können. Gegen die Hitze war an diesem Samstag kein Kraut gewachsen und die Klimaanlage der Halle kam an ihre Grenzen. Die A1 Linedancer vom VfL Sittensen organisierte dieses Turnier mit viel Engagement, Herzblut und Leidenschaft. Viele fleißige Helfer haben zu diesem reibungslosen Turnierverlauf beigetragen, so dass sich die Tänzer und Zuschauer sehr wohl gefühlt haben.

 die Helfer der A1 - Linedancers

 

In diesem Jahr konnte die Starterzahl des vergangenen Jahres nicht erreicht werden. „Die große Zahl an Teilnehmern im Breitensportbereich, Anfänger und Fortgeschrittene, lässt mich positiv in die Zukunft schauen,“ sagte NCWTV-Präsident Willy Fröhlich. „Das sind die Starter bei der Landesmeisterschaft in den nächsten Jahren.“ Motion in Line, die Linedancer im TSV Krainhagen, brachten die meisten Tänzer an den Start. „Wir sind mit 17 Einzelstartern hier, das sind so viele wie nie,“ zählt Trainerin Heike Brünger vor. Zudem machten sich viele Vereinsmitglieder zum Zuschauen auf die zweieinhalbstündige Fahrt nach Sittensen.

 TSV Krainhagen

 

Aufregung beim ersten Turnierstart

Ja, aufgeregt seien sie, berichteten Claudia Dreyer, 37, Angelika Dankert, 61, und Claudia Ehmig, 45, von den A1 Linedancern aus Sittensen, die erstmals bei einem Turnier starten. Aber das wöchentliche Training mit Ina Pils und das zusätzliche Turniertraining mit Susanne und Willy Fröhlich habe sie zusammengeschweißt, so dass sie unabhängig vom Ergebnis dieser Landesmeisterschaft auf den Start als Newcomer in 2015 hinarbeiten wollen. Die Tänze gefielen ihnen, die fetzige Musik auch. „Das ist die Musik meiner Jugend,“ schmunzelt Angelika Dankert. Claudia Dreyer gewann bei den Anfängern in der Altersklasse Crystal, Claudia Ehmig wurde Zweite in der Altersklasse Diamond, die mit zwölf Tänzerinnen die größte Starterdivision stellte. Angelika Dankert wurde Erste in der Altersklasse Gold.

 Claudia Dreyer, Angelika Dankert und Claudia Ehmig

Aufgeregt war auch Ninja Hinsch vom Verein Vorwärts in Bremen. Die 40-Jährige tanzt seit eineinhalb Jahren. „Turniertraining ist deutlich intensiver als das normale Training, da bin ich so manches Mal mit Muskelkater nach Hause gegangen,“ berichtet sie. Es sei eine völlig neue Erfahrung, an einem Turnier teilzunehmen. Im letzten Jahr hatten zwei Tänzerinnen aus dem Verein mitgemacht und so begeistert davon berichtet, dass sie aus Neugierde selbst einmal mitmachen und Turniertanz ausprobieren wollte. Ihr Training bei Jenny Memmel wurde mit dem ersten Platz belohnt.

 Ninja Hinsch

 

Linedance als Familienhobby

Auf der Starterliste wiederholten sich mehrere Familiennamen in unterschiedlichen Divisionen. Zum Beispiel startete Familie Queren, die bei Motion in Line tanzen. Tochter Janina Queren, 22 Jahre alt, war sehr aufgeregt vor ihrem ersten Start bei einem Country- und Westernturnier und siegte souverän bei den Anfängern in der Altersklasse Open Adult. Mutter Hanna und Vater Dierk starteten ebenfalls. Über die Liebe zur Countrymusik kamen sie zum Tanzen.

 Janina Queren und ihre Trainerin Heike Brünger

 

Tanzen auf Rezept

Beeindruckend war die Division Anfänger Silver der Männer. Sie tanzten als Team, hatten sichtlich Spaß auf der Tanzfläche, ihr Hüftschwung ließ so manche Tänzerin neidisch werden. Schulterklopfen und Umarmungen bei der Siegerehrung ließen erahnen, dass hier Freunde unter sich waren. „Wir sind ein Team, haben zusammen trainiert und das Ergebnis des Einzelnen ist nicht wichtig. Auf jeden Fall machen wir weiter und hoffen, dass wir beim nächsten Turnier genau so viel Spaß haben wie heute hier,“ so die einhellige Meinung von Dierk Queren, Rainer Dreier, Rainer Tschersovsky und Andreas Rose. Tanzen sei Medizin, ergänzt Reiner Dreier, seit er tanzt, habe er keine Schmerzen mehr.

 

Apropos Medizin. Der dritte Platz, den sich Birgit Herrmann bei den Fortgeschrittenen in der Altersklasse Diamond ertanzt hat, verdient besondere Anerkennung. Die schwerbeschädigte Tänzerin aus Laatzen, die beim TV Rethen trainiert, ist im Alltag auf ständige Begleitung angewiesen. Sie absolvierte vor vier Jahren ihr erstes Turnier und sagt: „Es hat mir total Spaß gemacht heute.“

 

Turnier für jung und alt

Linedance kennt keine Altersgrenze. Sophie Lietzau vom TV Hude war mit acht Jahren die jüngste Teilnehmerin. Sie startete im Linedance als Anfängerin in der Altersklasse Primary und begeisterte gemeinsam mit den anderen Linedance-Hexen vom TV Hude das Hallenpublikum mit einem gelungenen Teamauftritt. 'Sind die süß!' raunte es nicht nur einmal durch die Halle.

die Linedance-Hexen des TV Hude

 

Mit 71 Jahren war Sigrid Stuckard die älteste Teilnehmerin. „Die Hitze hat mir mehr zu schaffen gemacht als die Aufregung,“ sagte die Seniorin, die beim TV Rethen tanzt, nach ihrem zweiten Turnierstart. Sie wolle vor allem dabei sein und Spaß haben.

 

alle Turnierteilnehmer

 

Bericht Ina Buchholz

Alle Fotos (c) NCWTV e. V.

Schulungen:


24.06.2018 TSL mit Kerstin Klawitter & Matthias Gottschick


Save the Date: am 20. und 21.10.2018 findet in Sittensen ein TSL statt. Details und Anmeldung folgen nach der LM.